IES vs. LDT Photometrische Dateien: Was Beleuchtungsingenieure wissen müssen | YNDLUX

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Veröffentlichungsdatum:2025-08-20 10:00:00

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Photometrische Datendateien sind die Grundlage professioneller Lichtplanung. Sie enthalten Messdaten, die genau beschreiben, wie ein Leuchte das Licht im Raum verteilt – und ermöglichen es Planern, präzise Simulationen mit Software wie DIALux, Relux und AGi32 zu erstellen. Die beiden dominierenden Formate sind IES (.ies) und LDT/EULUMDAT (.ldt). Das Verständnis der Unterschiede zwischen diesen Formaten ist für jeden Lichtingenieur, der an internationalen Projekten arbeitet, unerlässlich.

Was ist eine IES-Datei?

Das IES-Format (Illuminating Engineering Society), offiziell als IESNA LM-63 bezeichnet, ist der photometrische Datenstandard der Illuminating Engineering Society of North America. Eine IES-Datei ist eine reine Textdatei, die folgende Informationen enthält:

  • Leuchtenidentifikation: Herstellername, Katalognummer, Leuchtenbeschreibung und Lampentyp
  • Photometrische Messungen: Lichtstärkewerte in Candela bei definierten vertikalen und horizontalen Winkeln, gemessen mit einem Goniophotometer
  • Physikalische Abmessungen: Länge, Breite, Höhe der Leuchte sowie Abmessungen der Lichtaustrittsöffnung
  • Elektrische Daten: Eingangsleistung in Watt, Vorschaltgerätfaktor und Lampenlichtstrom
  • Klassifizierungsdaten: Leuchtentyp, Maßeinheiten und Anzahl der Messebenen

IES-Dateien verwenden die Typ-C-Goniophotometrie (vertikale Achse), die als Standardmessgeometrie für Architektur- und Gewerbeleuchten gilt. Die Daten sind in einem strukturierten Textformat organisiert, das zur Überprüfung in jedem Texteditor geöffnet werden kann.

Aufbau einer IES-Datei

Eine typische IES-Datei beginnt mit Kopfzeilen (gekennzeichnet durch Schlüsselwörter wie [MANUFAC], [LUMCAT], [LUMINAIRE]), gefolgt von der TILT-Angabe und anschließend dem photometrischen Datenfeld. Die Lichtstärkewerte sind nach vertikalen Winkeln (typischerweise 0° bis 90° für Downlights, 0° bis 180° für indirekte Leuchten) über mehrere horizontale Ebenen (0° bis 360°) angeordnet.

Die Auflösung der Daten – also die Anzahl der gemessenen Winkel – beeinflusst direkt die Simulationsgenauigkeit. Eine hochwertige IES-Datei eines renommierten Herstellers enthält Messungen in Intervallen von 2,5° oder 5°, während kostengünstige Dateien 10°- oder sogar 15°-Intervalle verwenden können, was zu weniger präzisen Planungen führt.

Was ist eine LDT-Datei (EULUMDAT)?

LDT, offiziell als EULUMDAT (European Lumen Data Format) bekannt, ist der photometrische Datenstandard, der vorwiegend in Europa verwendet wird. Das in Deutschland entwickelte Format ist seit über 30 Jahren das Standardformat für die europäische Lichtplanung. Eine LDT-Datei enthält ähnliche Informationen wie eine IES-Datei, jedoch in einer anderen Struktur:

  • Kopfinformationen: Firmenname, Leuchtentyp, Leuchtenbezeichnung, Katalognummer
  • Symmetriekennzeichen: Definiert die photometrische Symmetrie der Leuchte und bestimmt damit den erforderlichen Datenspeicherbedarf
  • Messebenen: Anzahl der C-Ebenen und deren Winkelabstand
  • Lichtstärkedaten: Candela-Werte pro Kilolumen (cd/klm) – normiert, im Gegensatz zu IES, das absolute Candela-Werte speichert
  • Lichtstrom: Gesamtlichtstrom der Leuchte und Lampenlichtstrom
  • Elektrische Daten: Leistungsaufnahme, Leistungsfaktor
  • CIE-Lichtstromanteile: Standardisierte Lichtstromverteilungsprozentsätze für schnelle Vergleiche

Wesentlicher struktureller Unterschied

Der wichtigste technische Unterschied besteht darin, dass LDT-Dateien die Lichtstärke in cd/klm (Candela pro Kilolumen) – also als normierten Wert – speichern, während IES-Dateien absolute Candela-Werte verwenden. Das bedeutet, dass LDT-Dateien für verschiedene Lichtströme desselben optischen Designs einfach skaliert werden können, während IES-Dateien eine bestimmte Konfiguration repräsentieren.

IES vs. LDT: Detaillierter Vergleich

Geografische Verwendung

IES ist der Standard in Nordamerika, Teilen Asiens und dem Nahen Osten. Bei Projekten in den USA, Kanada, Australien oder den Golfstaaten fordern Auftraggeber in der Regel IES-Dateien an.

LDT ist der Standard in ganz Europa – Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Skandinavien und Osteuropa. Europäische Lichtplanungsausschreibungen verlangen fast immer EULUMDAT-Dateien. Ein Hersteller, der nach Europa exportiert, ohne LDT-Dateien anzubieten, ist erheblich im Wettbewerbsnachteil – viele europäische Planer übergehen Produkte ohne EULUMDAT-Daten schlicht und einfach.

Softwarekompatibilität

  • DIALux (Evo und Classic): Unterstützt sowohl IES als auch LDT nativ. Weltweit meistgenutzte Lichtplanungssoftware (kostenlos, entwickelt von DIAL in Deutschland)
  • Relux: Unterstützt beide Formate. Weit verbreitet in deutschsprachigen Ländern und Skandinavien
  • AGi32: Primär IES. Standard in der nordamerikanischen Lichtplanung
  • Visual / Lighting Reality: IES primär, LDT unterstützt
  • CALCULUX (Signify): Beide Formate

Wie photometrische Dateien erstellt werden

Photometrische Daten werden durch physikalische Messung einer Leuchtenmuster mit einem Goniophotometer in einem abgedunkelten Raum erzeugt:

  1. Stabilisierung der Leuchte: Das Prüfmuster wird eingeschaltet und mindestens 30 Minuten lang stabilisiert, bis thermisches Gleichgewicht erreicht ist
  2. Montage: Die Leuchte wird am Goniophotometer in ihrer vorgesehenen Betriebsposition montiert
  3. Rotation und Messung: Das Goniophotometer dreht die Leuchte durch vertikale und horizontale Winkel und zeichnet die Lichtstärke an jedem Punkt auf
  4. Datenverarbeitung: Die rohen Lichtstärkedaten werden kalibriert und in IES- und/oder LDT-Dateien formatiert
  5. Überprüfung: Der vom Goniophotometer ermittelte Gesamtlichtstrom wird mit Ulbricht-Kugel-Messungen abgeglichen

Bei YNDLUX werden photometrische Messungen mit einem EVERFINE Goniophotometersystem in einer dedizierten Dunkelraumanlage durchgeführt. Unsere Ulbricht-Kugel validiert die Genauigkeit der Farbtemperatur (CCT) und der Farbwiedergabe (CRI/Ra), während das Goniophotometer die Lichtausbeute (lm/W), die Strahlwinkelverteilung misst und sowohl IES- als auch LDT-Dateien erzeugt. Alle Daten sind auf kalibrierte Laborgeräte rückverfolgbar.

Photometrische Daten lesen und interpretieren

Polardiagramme

Sowohl IES- als auch LDT-Daten können als Polar- (Lichtstärkeverteilungs-) Diagramme visualisiert werden, die die Lichtstärke in verschiedenen Winkeln zeigen:

  • Strahlwinkel: Der Winkel, bei dem die Lichtstärke auf 50 % des Maximums abfällt. Ein 24°-Strahlwinkel bedeutet einen engen Spot, 60° ergibt eine breite Flutbeleuchtung
  • Strahlsymmetrie: Vergleich der C0- und C90-Ebenen. Asymmetrische Designs (häufig bei Wandflutleuchten im Einzelhandel) weisen bewusst unterschiedliche Werte auf
  • Abschirmung: Eine scharfe Abschirmung reduziert Blendung – entscheidend für Büros, die UGR<19-Anforderungen erfüllen müssen

Raumberechnungen

Wenn photometrische Daten in Planungssoftware geladen werden, berechnen sie:

  • Mittlere Beleuchtungsstärke (Em): Muss die Mindestwerte der EN 12464-1 erfüllen (500 Lux Büros, 300 Lux Einzelhandel)
  • Gleichmäßigkeit (Uo): Verhältnis von minimaler zu mittlerer Beleuchtungsstärke. Mindestens 0,6 für die meisten Bereiche
  • UGR: Muss unter den Grenzwerten für jeden Raumtyp liegen (UGR≤19 Büros, UGR≤22 Einzelhandel)
  • Spezifische angeschlossene Last (W/m²/100lux): Hocheffiziente Leuchten (>140 lm/W) verbessern diesen Wert erheblich

Häufige Probleme mit photometrischen Dateien

Simulierte vs. gemessene Daten

Einige Hersteller stellen Dateien bereit, die aus optischer Simulationssoftware statt aus tatsächlichen Goniophotometermessungen stammen. Abweichungen von 10–20 % zwischen simulierten und gemessenen Daten sind keine Seltenheit. Achten Sie auf Laborangaben und Prüfberichtsnummern, um echte Messdaten zu identifizieren.

Veraltete LED-Daten

Die LED-Technologie entwickelt sich rasant. Überprüfen Sie stets das Testdatum und stellen Sie sicher, dass die photometrischen Daten dem aktuellen Produktionsmodell entsprechen. Bei YNDLUX führen wir bei jeder Aktualisierung von LED-Chips oder Optiken neue Messungen durch und versehen unsere IES/LDT-Dateien klar mit Versionsnummern.

Unzureichende Winkelauflösung

Dateien mit grober Winkelauflösung (10°- oder 15°-Intervalle) liefern ungenaue Planungsergebnisse, insbesondere bei Schmalstrahlleuchten. Fordern Sie für Präzisionsanwendungen stets hochauflösende Dateien (2,5°- oder 5°-Intervalle) an.

So fordern Sie photometrische Dateien an

  1. Beide Formate: Fordern Sie IES und LDT an. Wenn ein Hersteller nur eines anbieten kann, kann dies auf eingeschränkte Prüfkapazitäten hinweisen
  2. Spezifische Konfiguration: Leistung in Watt, Farbtemperatur, Strahlwinkel und Optiktyp
  3. Laborinformationen: Welches Labor die Messung durchgeführt hat und die Prüfberichtsnummer
  4. Testdatum: Bestätigen Sie, dass die Daten das aktuelle Produktionsmodell repräsentieren
  5. Spektraldaten (optional): Für anspruchsvolle Farbanwendungen fordern Sie SPD-Daten an

YNDLUX stellt kostenlose IES- und LDT-Photometriedateien für alle kommerziellen Leuchten zur Verfügung. Die Dateien können auf unseren Produktseiten heruntergeladen oder beim technischen Team angefordert werden. Alle Daten werden mit unserem EVERFINE Goniophotometersystem gemessen und bei jeder Produktionsrevision aktualisiert.

Konvertierung zwischen IES und LDT

  • DIALux: Kann beide Formate importieren und in das jeweils andere exportieren
  • Photometric Toolbox: Professionelles Konvertierungs- und Bearbeitungswerkzeug
  • LDT Editor (DIAL): Kostenloses Tool zum Anzeigen und einfachen Bearbeiten von LDT-Dateien

Beachten Sie, dass die Konvertierung von LDT nach IES eine Multiplikation der normierten cd/klm-Werte mit dem tatsächlichen Lichtstrom und eine anschließende Division durch 1000 erfordert. Überprüfen Sie die Konvertierungsgenauigkeit, bevor Sie die Daten in produktiven Planungen verwenden.

Fazit

IES- und LDT-Dateien dienen demselben Zweck – der Bereitstellung gemessener photometrischer Daten für eine präzise Lichtplanung – unterscheiden sich jedoch in Format, geografischer Verbreitung und Datennormierung. Für Hersteller, die globale Märkte ansprechen, ist die Bereitstellung beider Formate unerlässlich. Für Lichtplaner ermöglicht das Verständnis beider Formate eine bessere Bewertung der Leuchtenqualität bei internationalen Projekten.

Laden Sie IES- und LDT-Dateien für kommerzielle LED-Leuchten von YNDLUX von unseren Produktseiten herunter, oder wenden Sie sich an unser technisches Team für projektspezifische photometrische Unterstützung.

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